BEI-PETER

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PKH

Mein Leben ist ein bunter Reigen an lustigen Begebenheiten von denen ich annehme das es Leser gibt die das interessieren könnte. Das was man gleich zu lesen bekommt ist alles tatsächlich passiert und echt. Ich werde jede Woche einen weiteren Teil dazu fügen, schauen Sie also bitte mindestens ein mal in der Woche rein... Gute Unterhaltung und viel Spaß wünscht Peter (Autor)

Dieser Beitrag ist Jugendfrei!


Aus dem Leben des P. H.

Immer wieder drängt es mich, meine lustigen, lebensbegleitenden Begebenheiten niederzu- schreiben und das beginne ich hier, wo ich grade schon mal da bin und grade Zeit habe.

Wo fängt man an in seinem Leben rumzu- kramen um die aufregendsten, peinlichsten, lustigsten und lächerlichsten Erlebnisse zu finden, um sie hier lebendig werden zu lassen? Am besten in der Schule denn alles was vor der Schule war ist nur Daumen- lutschen, in die Windel kacken oder Pippi in den Gummibaum zu machen weil man es nicht

mehr bis zum Töpfchen geschafft hat. Gut, der Gummibaum wäre eh eingegangen aber durch
meine gelegentlichen Besuche ging es eben schneller. Nicht umsonst stand er auf der Hälfte zwischen Kinderzimmer und Toilettentür.

Gummibaum, da war doch noch was?
Als etwa Zehnjähriger war ich fast täglicher Spielgast bei der Gärtnerei Brandt und ich hatte dort wirklich Narrenfreiheit. Ich weiß nicht wem ich da besonders sympathisch war, willkommen war ich allen in der Familie und das brachte meiner Familie eine ausreichende Versorgung mit Obst und Gemüse ein. Man bedenke: ich rede vom Jahr 1956 und der aufkeimenden DDR, bei der es an Allem fehlte. Ich rede hier vom Jahr 1956 und nicht vom  26. April 1986, in dem der Reaktor in Tschernobyl hoch gegangen ist und die Bürger der sowjetisch befreundeten Staaten, so auch die DDR, mit super preiswertem Obst und Gemüse eingedeckt wurden und man für dieses verstrahlte Zeug nicht mal lange anstehen musste.

Ich rede also von dem Kleinen, der in der Nachbarschaft in den frühen Abendstunden die Wäsche ganz leise umhängte. Früher hatte man die Wäsche im Garten auf einer Leine aufgehängt und die war an zwei Pfählen befestigt. Etwa in der Mitte stand eine Bohnenstange (der Staken) mit oben einem Nagel drin. Der hielt die durchhängende Leine hoch damit man die Wäsche nicht am nächsten Tag noch mal waschen musste weil sie ja im Dreck hing. Also die Wäsche von Frau Schubert kam auf die Leine von Familie Günther und die von den Günthers zu Fräulein Kunze und ihre reizvolle Reizwäsche, da habe ich zum ersten Mal kaputte Schlüpfer gesehen, (im Schritt offen), bei Herrn Schulrektor Muller, nicht Müller, auf den kleinen Wäscheständer auf seiner Terrasse, die er Balkon nannte.
Am späteren Abend, schon im Bett liegend, hörte ich dann die Schimpfkanonaden der Nachbarschaft und sah im Kopfkino Herrn Muller (nicht Müller) verschämt den Slip vor seiner Frau verbergend, auf die Toilette eilen.
Ich hatte mal wieder meinen Spaß und natürlich auch meine Nachbarn, wussten sie doch nicht das der alte versoffene Karl Piel keine Schuld an dem Ganzen hatte sondern ein Kind, das kaum an die Klammern der Wäsche kam und auch nur dann erreichte weil er den ‚Staken‘ weg ziehen konnte um an die Wäscheklammern zu kommen. Niemand achte auch darauf dass meine Fußabdrücke viel kleiner waren als die vom versoffenen Karl Piel, diesem wandelnden Bierfass, der sich des öfteren mal an Frollein Kunzes Höschen ran machte. Wahrscheinlich hatte er auch noch nie gewusst warum man kaputte Schlüpfer wäscht und aufhängt.

Und die vielen Mädchen und Jungs im Sandkasten, die bereits auf der Flucht waren, sobald ich um die Ecke bog. Der Grund war, dass ich mal oben auf der Rutsche stand und die Rutschfläche mit einem viertel Liter frischem Pipi gleitfähig machte. War in meinen Augen auch wichtig denn die Blechrutsche brauchte ab und zu einen richtigen Aufguss.

In die Schule zu gehen war mir auch beschieden.
Ich kam auf Anhieb sofort in die erste Klasse und das ohne Casting oder vorzusprechen und als ich den mir zugewiesenen Platz neben Ingrid Lochmann besetzt hatte, lief es mir eiskalt den Rücken herunter. Grund dafür war, dass Ingrid, klein, faltig und hässlich, mir vor allen anderen Kindern der Klasse einen Kuss auf die Wange gab und mich als ihren neuen Klassen-kameraden begrüßte! Ich wäre am liebsten in den Boden versunken, aber wir saßen ja auf einer Bank wie man sie heute nicht mehr kennt: ein Brett, auf dem man saß, eine dunkle Hölle, undurchsichtig und in die man seinen Schulranzen zu schieben hatte und ein angenehm schräges Brett, auf dem man zu schreiben hatte.
Schreiben? Eher quietschen, denn der Griffel, ein Stift aus irgend einem Stein geklöppelt, quiekte während er einen halbwegs weißen Strich auf der Schiefertafel hinterließ und das Quietschen der gesamten Klasse durch das kleine Dorf schallte weil das Fenster offen war und das Dorf sich rund um die Dorfschule, und noch mehr um die Kirche, drängelte.
Ich muss dazu sagen das ich erst vier Wochen nach Schulbeginn zu der Klasse stieß. Ich hatte mir den Oberarm auf der von mir genässten Rutsche kompell- kompelli- kompelliezier… also ziemlich heftig gebrochen und musste drei Wochen im Krankenhaus Warburg verbringen.

Das war nicht weiter tragisch.
Ich war sechs Jahre jung und in einem Zimmer mit nur alten Herren, die mir laufend Geschichten vom Krieg erzählten und von Verwundeten, Toten und Stuckas. Was Stuckas waren wusste ich nicht, stellte mir aber Flugzeuge vor die größer waren als Tante Hilde ihr Eierauto. Ein motorisiertes Kleinlastauto mit vorne nur einem Rad! Damit kam sie zweimal in der Woche und verkaufte Eier, deswegen eben das Eierauto.
Also die erzählten vom Krieg und Verletzungen, aber immer wenn ich rüber zu ihnen durch die Gitterstäbe meines Gefängnis-Bettes schaute waren die heile und nirgendwo waren Verbände oder sowas. Ich glaube die haben gelogen… oder nich oder doch?

Unsere Dorfschule bestand aus zwei Schulen:
Schule eins war mitten im Dorf direkt neben der Kirche und hatte die Klassen eins bis vier zu beherbergen. Schule zwei war fast außerhalb des Dorfes an der Rösebecker Straße und da waren die Klassen fünf bis acht.
In unserer Schule, also der Klassen eins bis vier, gab es zwei Lehrer:
Ein "Frollein" Hildebrand, alt und hässlich und mit einem grimmigen Blick die Kinder musternd, um sich einen- oder eine herauszugreifen, nach vorne zu zerren, über die leere Schulbank zu beugen, mit der Hand im Nacken das Kinder herunter zu drücken und mit dem Rohrstock zu vertrimmen.
Das Fräulein hatte in der Klasse keinen Namen, sie hieß halt ‚Frollein‘ und darauf reagierte sie auch. Egal um was es ging, erst kam eben jenes ‚Frollein‘ und dann stotterte man unbeholfen herum, während sich die Finger hilflos ineinander verhakten, und weil man ja schüchtern war, um nach dem Toilettengang zu fragen, bekam man fast nasse Hosen, weil die Pause sich nicht mit der eigenen Blase synchronisierte und man verkrampft in der Bank saß und auf die Pause wartete. Dringlich wartete!
Lehrer zwei war Lehrer Gorzel.
Der kam zweimal in der Woche mit seinem Messerschmidt-Kabinenroller KR 175, den er neben einigen Eichen am Rand des Schulhofes abstellte.
Eigentlich kam er nur immer als böser Bube denn unser Frollein warnte uns vor ihm mit den Worten: ‚Wenn der Herr Gorzel kommt habt ihr nichts zu lachen, Saubande!‘ und dabei hatten wir wirklich Angst vor ihm, denn er war sowas wie der strafende Richter in der Schule 2, in der er eigentlich tätig war und bei uns ein komisches Schulfach hatte: Ethik!
Man überlege sich wann das war? 1952/53 auffem kleinen Mistdorf und es gab Ethik in den Klassen drei und vier und kein Mensch verstand was dieser Kerl da von uns wollte! Ethik eben.
(philosophische Disziplin oder einzelne Lehre, die das sittliche Verhalten des Menschen zum Gegenstand hat; Sittenlehre, Moralphilosophie)
Bei Herrn Lehrer Gorzel bestand der Unterricht im Großen und Ganzen daraus uns etwas über den Unterschied zwischen Mann und Frau näher zu bringen aber immer mit dem erhobenen Zeigestock und den am meisten gebrauchten Worten: „aber wir vergessen nicht das mhmh-Gebot, nachzulesen im katholischen Katechismus, den ja jedes Kind hat, oder zumindest haben sollte wobei die Protestanten ausgenommen sind“! Später mussten wir, die Protestanten, in einem kleinen Kartenraum warten. Wir waren vom Ethik-Unterricht befreit.

Aber ich schweife ab, wir waren ja noch im Krankenhaus in Warburg.
Zwei Wochen lag ich also in diesem vergitterten Kinderbett, als es von der Kirche eine Weihnachtstüte gab die von schwarz verkleideten Nonnen verteilt wurden und mit Süßigkeiten und Obst, vor allem Appelsienen bepackt waren. Appelsienen gab es nicht, kannten wir auch nicht; es war ja das Jahr 1952 und da kannte man nur Äpfel und Birnen von des Nachbarn Bäumen.

Nun also gab es in diesem Krankenhaus die ersten Appelsienen. Ich ließ mir von einer dieser schwarz verkleideten Nonnen eine dieser großartig gelbfarbigen Frucht ein Abschälen, probierte und bat gleich darum eine Weitere für mich zu schälen. Sie waren zuckersüß….

Am Nachmittag wurde das eine Gitter von Bett heruntergelassen damit ich mich ein wenig bewegen konnte. Zum Mittag gab es Erbsensuppe und ich langte kräftig zu.
Nach etwa einer Stunde rumorte es gewaltig in meinem Bauch und ich war gerade auf dem Flur unterwegs zu einem gleichaltrigen Jungen in einem an- deren Zimmer. In meinem Bauch rumorte es heftig… hatte ich das schon gesagt? Auf jeden Fall lehnte ich mich an die Wand und eine Lernschwester mit so einer komischen, oben offenen Haube kniete vor mir weil sie einen nicht zugebundenen Schuh an mir entdeckt hatte, diesen Schaden aber beheben wollte. Sie kniete also in dem Moment vor mir, ich sah in der oben offen-en Haube ihre blonden Haare… die nach wenigen Minuten durch ausgekotzte Erbsensuppe, die sich in dieser Haube fing, verfärbt hatte und verklebte. Die Lernschwester quietschte wie am Spieß, versuchte aufzustehen und dabei pladderte die Kotze au der Haube auf ihre Schulter, die Brust und dann auf die blank gebohnerten Fliesen, auf der wir beide standen.
Was die Lernschwester danach machte weiß ich leider nicht. Eine schwarz behauptete Nonne beglitt…. Sagt man beglitt für Begleiten? Die Lernschwester woanders hin, nach Sibirien glaube ich odedr Brasilien oder nur ins Badezimmer?

Genug von Schule (zunächst, ich komme noch mal drauf zurück) und Krankenhaus. Der nächste Schritt ist dran:

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